eva mattes ist die neue kommissarin des swr. die dreharbeiten zu dem film "tausend tode" finden am bodensee statt.
eine junges mädchen wird vermisst - verdacht: selbstmord. die verzweifelten eltern wissen sich keinen rat. doch die kommissarin klara blum läßt den fall nicht auf sich beruhen. sie folgt kleinsten indizien und schließlich bestätigt sich ihr verdacht: das junge mädchen lebt, aber sie ist in der hand eines gewissenlosen mannes, mit dem sie sich zuvor im internet zu einem gemeinsamen selbstmord verabredet hat.
ihren mann hat sie beim letzten fall verloren, er wurde durch einen schuß in den rücken getötet. mit diesem alp auf der seele betritt klara blum, gespielt von eva mattes, ihr büro. die vermisstenmeldung eines jungen mädchens liegt vor, doch schnell ergeben sich erste zweifel.
manu, die in dem herbstlichen bodensee ihr ende suchte, ist nicht tot. sie wurde von einem mann aufgegriffen, den sie im internet kennengelernt hatte, und mit dem sie sich zu einem gemeinsamen selbstmord verabredet hatte. der mann mit dem lyrischen namen leander rettete sie aber nicht, sondern sperrte sie in ein kaltes gefängnis, in dem sie sich vor laufender webcamera das leben nehmen soll.
doch in manu erwacht bei aller verzweiflung der lebenswille. als ihr leander vorschlägt, sich zusammen mit ihrer freundin nicole umzubringen, die ihm ebenfalls ins Netz zu gehen droht, beginnt sie zu rebellieren. da wird leander direkt brutal und manus schicksal hängt buchstäblich an einem faden.
in einer mörderischen tour de force erkämpft klara zugang zu dem stillgelegten champignion-stollen, in dem leander manu gefangen hält. keine naturgewalt, kein pech, keine verzweiflung können klara beirren, manu dem tod zu entreissen, so wie sie sich auch selbst dem schatten des todes entreisst.
es bleibt bei alles grausamkeit und der erneuten furchtbaren bestätigung, dass der mensch des menschen schlimmster feind ist, der trost, dass es der/dem entschlossenen einzelnen immer aufs neue gelingen kann, das schicksal zu beeinflussen, nimmt sie/er es nur fest genug in die hand.
klara blum gelingt dies mit einer mitfühlenden menschlichkeit, mit grosser wärme und einem verschmitzt hervorblinkendem humor.
buch: dorothee schön
musik: dieter schleip
montage: roswitha gnädig
ausstattung: annette ganders
kamera: jürgen carle
regie: jobst oetzmann
redaktion: saskia v. sanden
produktion: ulrich herrmann